Der Neufundländer

Teddy Sue mit 1 Jahr und Doreen mit 11 Jahren
Teddy Sue mit 1 Jahr und Doreen mit 11 Jahren

 

ist ein ruhiger und familienfreundlicher Hund von beeindruckender Größe. Er ist kinderlieb und von ausgesprochen friedlichem Wesen. Auch wenn er bei eindringenden Fremden sicherlich anschlagen wird, ist er als scharfer Wachhund ungeeignet. Um ihn als Schutzhund auszubilden, müßte man seine Seele regelrecht vergewaltigen. Dafür erhalten Sie einen Partner, der aus Zuneigung zu Ihnen kommt und sehr gerne mit Ihnen schmust. Einen gewissen Eigenwillen hat der Neufundländer, aber immer auf die gutmütige Art. Er ist ein ausgesprochener Charakterhund.                                   

Neufundländer werden in den Farben schwarz, schwarzweiß und braun gezüchtet. Hündinnen erreichen Gewichte von 50 – 60 Kg, Rüden werden deutlich größer und können bis über 70 Kg erreichen. Am Fahrrad läuft der Neufundländer nicht so gerne, aber als Begleiter auf Wanderungen ist er ausdauernd. Wasser liebt der Neufundländer über alles, ist ein begabter Schwimmer und der beste Bordhund, wenn Sie Wassersport betreiben. Darauf, daß er in seinem langen Fell einiges Wasser mit herumschleppt und Zeit zum Trocknen braucht, sollten Sie sich einstellen. Eine gewisse Toleranz gegenüber verlorenen Hundehaaren ist ebenfalls angebracht und stellen Sie sich auf einigen Aufwand bei der Fellpflege ein.  Als Ergebnis erhalten Sie eine Erscheinung, die wo Sie gehen und stehen bewundert wird. Jeder Neufibesitzer kennt den von Passanten allerorten geäußerten Spruch: „Der sieht aus wie ein Bär!“ Manch einer fängt spontan an, den Hund zu knuddeln, was sich der gutmütige Neufundländer gern gefallen läßt.

Viele Menschen sehen im schwarzweißen Neufundländer sofort einen Landseer. Das ist aber ein Unterschied, obwohl der Landseer ihm bei noch etwas mehr Größe sehr ähnlich sieht und auch eine separat weitergezüchtete Abspaltung des Neufis ist. Heutzutage wird der Neufundländer in zunehmender Zahl auch wieder in schwarzweiß gezüchtet.

Wer ist der richtige Typ für einen Neufundländer?

 

Jeder, der kein Hektiker ist. Neufundländer lieben es gemütlich. Das heißt nicht, daß ein Neufi nur etwas für "Schnarchsäcke" ist. Er liebt durchaus Aktivität. Er paßt sich Ihrem Aktivitätsstil an, wandert, hilft im Garten mit (auf seine Weise), geht gerne mit Ihnen schwimmen, aber alles gerne etwas gelassener. Dafür kann er besser eine Weile allein zuhause bleiben als zum Beispiel ein Bordercollie. Nur nicht der kleine Welpe, der braucht erst etwas Selbstsicherheit, ehe er mit dem Alleinsein klarkommt.

 

Hündin oder Rüde?

 

Es gibt die alte Grundregel: Rüde für die Hündin, Mann für die Frau... nein, natürlich Rüde für die Frau, Hündin für den Mann. Der Hund erkennt durchaus das Geschlecht seines Menschen und das beinflußt - vollkommen unverfänglich - die Affinität zueinander.

Das ist selbstredend nur eine grobe Faustformel, es hängt von der Persönlichkeit des Menschen ab. Rüden brauchen eine etwas festere Hand und klare Regeln, sind eher der treue Kamerad als ein Schmusetier. Das beim Neufundländer allerdings nur relativ, die Rasse ist generell veschmust. Die Hündin ist leichter zu nehmen und anhänglicher. Sie ist vielleicht eher etwas für Menschen, die nicht gerne hart durchgreifen (wie für mich) und für Familien mit Kindern. Dafür wird sie zwei Mal im Jahr läufig, was aber weniger Scherereien macht, als man vermutet.

Kurz, es gibt Rüdenmenschen und Hündinnenmenschen. Sie werden es herausfinden, wenn Sie ein wenig in sich gehen und sich Ihre Erwartungen an Ihren Hund vor Augen führen.