2020 Corona- Ersatzreise durch Ostdeutschland

Eigentlich hatte ich seit vielen Jahren geplant, jetzt als Rentner den ganzen Sommer lang zum Nordkapp und rund um Skandinavien zu reisen. Nun... über Corona und die Folgen braucht man nichts mehr zu sagen. die Pläne sind den Bach hinunter gegangen.

Aber mir zuhause die Decke auf den Kopf fallen zu lassen, ist auch keine Lösung. Also mußte ein Plan B her. Wie es gelaufen ist, steht hier unten.

 

Ich ordne die Einträge in umgekehrter Reihenfolge an, damit immer das aktuellste Geschehen oben steht:

 

 

31.7.2020: Wir sind heil wieder zurück. Wie für die letzten Tage geplant habe ich auch die Rückfahrt mit kleinen Etappen und ausreichend Wandergelegenheiten ohne Hektik zuende gebracht. Die letzte Nacht waren wir im Deister.

 

Ein paar Reisedaten, ermittelt mit dem Wander- GPS- Navigator:

Gesamtzeit 31 Tage.

Gesamtkilometer im Wohnmobil: 2388

Wanderkilometer: 308

Wander- Höhenmeter: 3681 (nur aufwärts gezählt)

Wanderstunden: 77,5.

Das sind im Schnitt (einschließlich Pausen) 3,97 Km/h. Man sieht, Asta liebt gemütlichen Trott.

 

29.7.2020: Wie geplant sind wir heute Vormittag durch das Pietzmoor gewandert. Da haben sie jetzt tatsächlich die Wanderwege zu Einbahnstraßen erklärt, man darf nur noch eine bestimmte Runde im Gänsemarsch hintereinander langtrotten. Bald darf man wohl gar nichts mehr.

Danach bin ich dann doch wieder auf den schon bewährten schönen Parkplatz bei Behringen gefahren. Dort traf ich an dem unten gezeigten Bienenstand einen Hobby-Imker mit seinem Hund. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, er war einer der (inzwischen pensionierten) Lehrer, die 1978 beim im Rahmen meines Lehramts- Studiums abgeleisteten Schulpraktikum in Bispingen dabei waren.

 

28.7.2020: Heute ging es nur ein kurzes Stück weiter nach Lüneburg. Da muß ich immer wieder hin, wenn ich in der Nähe vorbeikomme. Schließlich habe ich hier studiert und zehn Jahre lang gewohnt.

Weitere Pläne: Morgen in die Lüneburger Heide, da gibt es eine im Wanderführer beschriebene Tour durch das Pietzmoor bei Schneverdingen. Donnerstag weiter in den Deister und Freitag dann Rückkehr nach Göttingen.

 

27.7.2020: Noch ein traumhafter Waldparkplatz bei Hitzacker auf den Elbhöhen: Weit von der nächsten Straße ab, schattig unter hohen alten Bäumen... und kein anderer da! Das ist dieser Tage selten, ich habe den Eindruck, daß die Zahl der auf freien Parkplätzen übernachtenden Wohnmobile sprunghaft zugenommen hat. Die scheuen wohl alle die Einschränkungen auf Campingplätzen. Mir geht es auch nicht anders.

Asta hat sich auf der Wanderung ein Ding geleistet: Sie mußte ihren Haufen ausgerechnet vor das Einflugloch eines Wespennests setzen! Ich wunderte mich nur, warum sie sich dabei immer so heftig schüttelte (ohne das Geschäft zu unterbrechen). Noch eine halbe Stunde später krabbelten Wespen aus ihrem Fell heraus und wir steuerten die Elbe an, damit sie sich die vielen Stiche kühlen konnte.

 

26.7.2020:  Der zweite Regentag dieser Reise. Nachmittags auf dem Wanderparkplatz bei Dömitz wurde es aber wieder sonnig. Eine schöne Wanderung, wir waren gerade recht weit vom Auto weg, da zog ein heftiges Gewitter auf. Mit Tempo zurück (was Asta eben so unter Tempo versteht) und eine Minute nachdem wir wieder im Trockenen waren, brach das Unwetter über uns herein. Und ihm folgten im Laufe des Abends weitere Platzregen.

 

25.7.2020: Die letzten Tage lassen sich kurz zusammenfassen: Wandern in schönen Wäldern, jeden Abend ein ruhiger Wanderparkplatz in reizvoller Landschaft. Und - oh Wunder- bislang keine weiteren Pannen. Wir sind inzwischen nach Mecklenburg- Vorpommern gekommen, heute Vormittag gerade in Malchow am Fleesensee nahe  der Müritz.

Es gibt schon erstaunliche Zufälle: Nachmittags habe ich SW vom Plauer See einen über eine 1,5 Km lange abenteuerliche Waldpiste erreichbaren einsamen Waldparkplatz gefunden. Der Superplatz der Reise, hier kommt bestimmt kein Anderer hin! Wir waren gerade eine Viertelstunde dort, da hielt ein anderes Auto. Heraus kamen zwei schwarzweiße Neufundländer, zeigten Asta ihren ADKN- Ausweis und bellten: "Hallo, wir kennen uns doch vom Welpentreffen in Breidenbach!" Die Welt ist wohl kleiner als man für möglich hält.

 

22.7.2020: Nur ein paar Kilometer weiter als gestern fand sich bei Rheinsberg ein toller inoffizieller Parkplatz an einem kaum befahrenen Waldweg. Gerade sind wir von einer langen Wanderung um den landschaftlich reizvollen Wittwesee zurück. Ich habe kein Motiv, heute noch weiterfahren zu wollen.

21.7.2020: Wir sind weitergefahren in die Uckermark. Bei Fürstenberg / Havel fand sich an einer kaum befahrenen Stichstraße am Moderfitzsee ein netter Platz zum Wandern und Übernachten.

 

20.7.2020: Vor über neunzig Jahren haben meine Großeltern sich als junge Leute  gegenseitig in einem Fenster des Klosters Chorin fotographiert. Ich wollte doch mal sehen, ob man den Ort noch finden kann und wir haben heute das Kloster besucht. Und das Fenster ließ sich noch eindeutig identifizieren! Unten ist etwas nachgemauert worden, sonst ist alles wie ca. 1925.

Auch sonst war die Besichtigung ganz interessant. Anschließend wieder die übliche Übernachtung auf einem Waldparkplatz in der Schorfheide.

 

19.7.2020: Hier ist ein Bild für Jörg: An das Museum in Finowfurt erinnerst Du Dich sicher. Es ist noch im selben Zustand wie damals, 2000. Nur kommt man nicht mehr in die Maschinen rein, in denen wir damals herumgeklettert sind.

Heute Nachmittag habe ich das alte Schiffshebewerk in Niederfinow besucht. Gleich in der Nähe fand sich ein prima Übernachtungsplatz direkt am Oder-Havel-Kanal. Toller Spaziergang für Asta! Sie konnte die ganze Zeit ständig ins Wasser springen.

18.7.2020: Heute haben wir Orte aus unserer Familiengeschichte besucht:

Das sehr ansprechende Städtchen Altlandsberg, in dem meine Oma geboren wurde. Das Anwesen ihres Großvaters, des Stellmachers Rohde, konnte ich aber nicht mehr identifizieren. Anschließend noch ein Stopp in dem Dorf Börnicke bei Bernau, in dem mein Vater das Licht der Welt erblickt hat. Dort war wenigstens die Feldsteinkirche noch zu sehen, in der vermutlich mein Großvater damals Pfarrer war.

Die ganze Gegend ist noch richtig DDR, mit Katzenkopf-Straßen und in jedem Dorf eine Ernst-Thälmann-Str. ebenso wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Nachmittags haben wir uns in die Schorfheide verzogen und konnten noch schön wandern.

17.7.2020: Heute viel weiter gefahren, als ich gewollt hatte. Ich hatte von der Gegend keine Wanderkarte und da war es schwer, einen passenden Übernachtungsplatz zu finden. Schließlich sind wir nach einem ziemlich chaotischen Kreuzkurs durch die Mark Brandenburg in der Märkischen Schweiz gelandet. Ganz hübsch hier, es gab aber auch erst nach langer Suche einen einzigen geeigneten Waldparkplatz.

16.7.2020: Schon wieder liegengeblieben. Bei der heutigen Weiterfahrt fiel mir auf, daß dauernd die Ladung der Wohnraumbatterie zusammenbrach. Auf einem Parkplatz in der Wallachei hielt ich, um das Problem zu untersuchen. Der Ladebooster war nicht die Ursache, er bekam einfach nicht die nötige Spannung zu sehen. Als ich die Spannung an der Hauptbatterie messen wollte, tat der Anlasser nichts mehr! Es war zum Verrücktwerden. Also schon wieder den ADAC gerufen. Der kam prompt und kannte den Fehler schon als typischen Ducato- Schwachpunkt. Die Masseverbindung zwischen Motor und Karosserie sprühte Funken. Er hatte gleich eine ganze Rolle Masseband dabei und baute ein Ersatzband.

Jetzt bin ich ADAC- Mitglied und habe das Auto kostenlos flott gemacht bekommen. Herzlichen Dank!

Wahrscheinlich ist der ADAC auch die richtige Lösung, wenn man einen "Fehler In Allen Teilen" fährt.

Danach haben wir uns einen schönen Wanderparkplatz im Unterspreewald gesucht.

15.7.2020: Wegen des Regenwetters haben wir heute auf eine weitere Kanutour verzichtet. Obwohl es ja dabei egal wäre, ob wir kentern. Das Ergebnis wäre das gleiche.

So habe ich heute angefangen, gemütlich im Wohnmobil das Reisevideo zu bearbeiten.

 

14.7.2020: Wir sind heute in Lübben im Spreewald gelandet. Zum ersten Mal auf dieser Reise habe ich auf einem Campingplatz eingecheckt. Für die Kanutouren geht das einfach besser und Trinkwasser und eine Dusche brauche ich auch wieder.

Etwas Abenteuer muß sein: Heute Nachmittag hat Asta es tatsächlich geschafft, das Kanu mit einer ruckartigen Gewichtsverlagerung zum Kentern zu bringen! Ich konnte das Boot gerade noch im Wasser schwimmend wieder aufrichten, bis zum Rand voll Wasser natürlich. Mit einem Ösfaß konnte ich es wieder lenzen und ans Ufer bugsieren. Asta war inzwischen auch an Land geklettert und es kostete mich einige Überredungskunst, sie zum erneuten Einsteigen zu bewegen. Riesenglück: Ich hatte meine teuren Kameras mitgenommen. Vorsichtshalber hatte ich sie gerade vorher nach einigen Aufnahmen wieder in den wasserdichten Rollsack gesteckt. Obwohl das Stück auch voll unter Wasser geraten war, blieb der Inhalt tatsächlich knochentrocken. Einziger Verlust sind meine im Uferschlamm versunkenen Sandalen.

13.7.2020: Nachdem wir gestern noch einen Tag im Erzgebirge geblieben sind, ging es heute nach Norden. In der Niederlausitzer Heide haben wir einen idyllischen Waldparkplatz gefunden, von dem aus wir eine lange Wanderung durch Kiefern- und Birkenwälder unternehmen konnten.

 

 

11.7.2020: Das Uhrenmuseum in Glashütte ist wirklich sehr empfehlenswert!  Zwar mußte man sich dort auch so eine widerliche Maske umbinden, aber die Ausstellungsstücke sind vom Feinsten. Vor Allem natürlich Taschenuhren mit offengelegtem Innenleben, aber auch Großuhren und die ganze Werkstattausrüstung.

Das Geld, das ich für eine tolle Uhr hätte anlegen können, ist ja leider für die Autoreparatur draufgegangen. Man hätte tatsächlich eine Glashütter Billig- Armbanduhr für unter 2000 EUR kriegen können! Wer etwas auf sich hält, nimmt aber doch lieber die für 15.000 EUR. Ich glaube, eine originale A.Lange & Söhne wäre wohl noch teurer gewesen.

Nachmittags sind wir dann noch ein Stück im Erzgebirge gewandert.

 

 

unten ein Glashütter Schiffs-Chronometer

 

10.7.2020:  Die Autoreparatur hat heute geklappt, wenn einem auch beim Preis die Tränen kommen können. Knapp 1900 EUR, einschließlich Abschleppkosten allerdings. Es wurde die Kupplung komplett ausgetauscht.

Weil wir durch die Panne sowieso wieder ein Stück weiter Richtung Osterzgebirge geraten sind, fahre ich heute noch mal nach Glashütte und hoffe, morgen dieses sagenhafte Uhrenmuseum ansehen zu können.

9.7.2020: Das ist heute nicht unser Tag! Als ich morgens losfahren wollte, griff der Kupplungsfuß plötzlich ins Leere. Das Pedal schlabbert nur noch widerstandslos herum. Nach etlichen Telefonaten bekam ich einen Abschleppwagen, der uns erst nicht mitnehmen wollte, weil das Auto mit dem Boot auf dem Dach auf der Ladefläche zu hoch sei. Dann hängte er uns aber hinten an. Jetzt stehen wir auf einem Dorf nahe Radeberg in einer Werkstatt und warten auf eine Reparatur. Nach bisheriger Auskunft des KFZ-Meisters steht der hydraulische Kupplungsausrücker im Verdacht. Um den zu ersetzen, muß das ganze Getriebe ausgebaut werden.  Das kann in die Tausende gehen.

 

8.7.2020: Trotz des im Tagesverlauf zunehmenden Regens war die heutige Wanderung durch das wildromantische Polenztal  ein voller Erfolg.

Am Talende hatten wir dann einen Steilaufstieg auf den Hockstein mit phänomenaler Aussicht senkrecht hinunter in das Tal.

7.7.2020: Heute ging es ab Bad Schandau ins Kirnitzschtal. Man mußte lange suchen, um dort noch einen gebührenfreien Parkplatz zu finden. Von dem aus konnten wir dann aber zu dem Felsen "Kuhstall" steil bergauf wandern. Es scheint einen bequemeren Weg gegeben zu haben, sonst wären dort nicht so irrsinig viele Leute gewesen. Klaustrophobie darf man nicht haben, um bis auf das Gipfelplateau zu klettern, denn die letzten zwanzig Höhenmeter geht es über die "Himmelsleiter" eingezwängt in einer nur einen halben Meter breiten Felsspalte. Der Felsen ist mit großen Höhlen durchlöchert, wie im Bild unten zu sehen.

6.7.2020:  Heute, Montag haben wir das östliche Erzgebirge durchstreift. Vor allem nach Glashütte wollte ich,  in die berühmte Uhrenstadt, die so exklusive Manufakturen mechanischer Armbanduhren beherbergt wie A.Lange u. Söhne und Glashütte Original. Dort wollte ich mir das sicher hochinteressante Uhrenmuseum ansehen. Leider hatte das ausgerechnet Montags und Dienstags geschlossen. Da bin ich weiter ins Elbsandsteingebirge gefahren. Wir haben mehrere Wanderungen auf einige "Steine" unternommen, so nennen sich die einzeln stehenden Felsentürme hier: Gohrischstein, Kleinhennersdorfer Stein und am nächsten Tag den Lilienstein. Da wird die Herzklappe ordentlich getestet.

Es ist unheimlich was los hier, nachts stehen die Wanderparkplätze voller Wohnmobile.

4.7.2020:   Am Mittwoch sind wir gemütlich über Landstraßen in den Thüringer Wald gefahren und haben an der kleinen Stichstraße zum Lütsche- Stausee einen netten Übernachtungsparkplatz gefunden (siehe obenstehendes Bild).

Ich kann froh sein, in diesen Tagen dieses Wohnmobil zu haben, mit dem man immer irgend einen Waldparkplatz findet, um dort unauffällig und unbehelligt zu übernachten. Das scheinen noch mehr Menschen erkannt zu haben, gerade kam in den Nachrichten die Meldung, daß der Wohnmobiltourismus stark zugenommen habe, während kaum einer die wieder eröffneten Hotels nutze. Ist das ein Wunder angesichts dieser widerlichen Maskenpflicht und der Registrierung der Personalien, um einen danach verfolgen zu können, wenn man nur im Imbiss etwas essen will?

Mein Handy bleibt jedenfalls weitgehend aus, um keine Bewegungsprofile zu hinterlassen.

 

An den weiteren Tagen sind wir durch das Thüringer Schiefergebirge weiter ostwärts gezuckelt und haben dabei ein interessantes Freilichtmuseum zum Schieferbergbau entdeckt.  Jetzt sind wir nahe Schwarzenberg im Erzgebirge gelandet.Das Wetter war immer besser als vorhergesagt, nur wenig Regen und der nur nachts.

Viel mehr als Wandern kann man in diesen Tagen nicht, aber das geht hier sehr gut und auch Asta macht dabei fröhlich mit. Am schönsten ist es natürlich, wenn sie sich in irgend einem Tümpel so richtig einsauen kann. Und sie findet immer einen.